{"id":187,"date":"2018-01-30T09:40:52","date_gmt":"2018-01-30T08:40:52","guid":{"rendered":"https:\/\/busymuseums.mfn.dsm.museum\/?p=187"},"modified":"2024-04-09T10:59:32","modified_gmt":"2024-04-09T08:59:32","slug":"kultur-museum-und-geschaeftsmodell-geht-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/busymuseums.mfn.dsm.museum\/?p=187","title":{"rendered":"Kultur, Museum und Gesch\u00e4ftsmodell: Geht das?"},"content":{"rendered":"<p>Wenn von Gesch\u00e4ftsmodellen die Rede ist, dann wird h\u00e4ufig erst einmal die Idee des Verkaufens damit verbunden. Wenn Museen also Gesch\u00e4ftsmodelle entwickeln, hei\u00dft das dann, dass sie f\u00fcr alles, was sie tun Geld nehmen wollen?<\/p>\n<p>Ja und Nein. Das kann zutreffen, ist aber nur ein Teil dessen, was wir damit meinen. Museen sind \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte Einrichtungen und haben einen Bildungsauftrag. Wenn Sie nur noch verkaufen, dann w\u00fcrde das dem Auftrag widersprechen. Wir sprechen allerdings \u00fcber Gesch\u00e4ftsmodelle, die sich gar nicht nur um das Verkaufen drehen. Gesch\u00e4ftsmodell und Finanzierungsmodell sind also nicht identisch.<\/p>\n<p>Ein Gesch\u00e4ftsmodell ist erst einmal viel allgemeiner: Es beschreibt die B\u00fcndelung von Aktivit\u00e4ten, die dazu dienen, einen Nutzen zu erzeugen. Wie dieser Nutzen aussieht, ist zun\u00e4chst offen. Der Nutzen kann, muss aber nicht in Geld bestehen. Er kann sich etwa auch in einer gr\u00f6\u00dferen Bekanntheit des Museums zeigen.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit allen Partnern im Projekt ist deshalb folgende Definition f\u00fcr Gesch\u00e4ftsmodelle entstanden, die wir f\u00fcr unsere Konzepte nutzen:<\/p>\n<p>\u201eGesch\u00e4ftsmodelle im Sinne des Projekts \u201eNAVI f\u00fcr Forschungsmuseen\u201c beziehen sich darauf, mit welchen <strong>personellen und finanziellen Ressourcen, wertsch\u00f6pfenden Methoden und Verfahren<\/strong> (z.B. Auswahl digitaler Inhalte mit Verwertungspotenzial, Prozess der Bereitstellung digitaler Inhalte etc.) ein Forschungsmuseum <strong>digitale Inhalte als Leistungen <\/strong>f\u00fcr Zielgruppen auch au\u00dferhalb der Wissenschaft bereitstellen kann, um so <strong>spezifische Bed\u00fcrfnisse<\/strong> dieser Zielgruppen zu bedienen und das Forschungsmuseum zugleich einen <strong>kalkulierten Ertrag<\/strong> (nicht-monet\u00e4r oder monet\u00e4r) erzielen kann.<br \/>\nDabei ist wichtig anzumerken, dass es nicht EIN Gesch\u00e4ftsmodell gibt, sondern dass es je nach konkreter Leistung und Zielgruppe erforderlich ist, unterschiedliche Gesch\u00e4ftsmodelle zu entwickeln und anzuwenden.\u201c<\/p>\n<p>Ein kulturhistorisches Museum ist per se also noch kein Gesch\u00e4ftsmodell. Es kann aber unterschiedliche Gesch\u00e4ftsmodelle nutzen, um mit all den Inhalten, die es zu bieten hat, einen Nutzen zu erzeugen. \u00dcbrigens: Hierzu bedarf es eines Verst\u00e4ndnisses von Zielgruppen des Museums!<\/p>\n<p>Ein m\u00f6gliches Gesch\u00e4ftsmodell w\u00e4re beispielsweise \u201eLieferung authentischer Inhalte\u201c.<br \/>\nHierbei w\u00fcrde das Museum Inhalte bereitstellen, die auf Erkenntnissen aus der historischen Forschung basieren und somit nachvollziehbar sind. Das w\u00e4re vor allem immer dann spannend, wenn andere Nutzergruppen bisher nur mit Annahmen agieren. Historische Erkenntnisse k\u00f6nnten zum Beispiel in der Tourismusbranche, in der Filmeindustrie, in der Gestaltung von Spielen oder im Bildungswesen eine Rolle spielen. Einen solchen Gedanken verfolgen wir beispielsweise im Teilprojekt Kultur am Deutschen Schiffahrtsmuseum mit unserem <u>\u201eBremer Kogge Use Case\u201c.<\/u><br \/>\nJe nach Nutzergruppen w\u00fcrde das Museum mit einem solchen Gesch\u00e4ftsmodell zwar nicht direkt Geld verdienen, aber einen nicht-monet\u00e4ren Ertrag dar\u00fcber generieren, dass es beispielsweise seinem Bildungsauftrag nachkommt.<\/p>\n<p>Ein Gesch\u00e4ftsmodell, das viele kulturhistorische Museen oftmals fast unbewusst nutzen, sind sogenannte \u201eOn-Demand\u201c-Gesch\u00e4ftsmodelle. Solche Gesch\u00e4ftsmodelle beziehen sich darauf, dass eine Leistung immer nur dann erbracht wird, wenn konkret danach gefragt wird. Diese treten in kulturhistorischen Museen immer dann auf, wenn externe Anfragen eingehen, beispielsweise f\u00fcr Recherchen. Wann immer eine Anfrage eine Recherche ausl\u00f6st, die das Museum nur durchf\u00fchrt, um diese Anfrage zu beantworten, ist ein \u201eOn-Demand\u201c-Gesch\u00e4ftsmodell erf\u00fcllt.<br \/>\nGesch\u00e4ftsmodelle k\u00f6nnen also dabei helfen, dass die eigenen Ressourcen strukturiert daf\u00fcr eingesetzt werden, einen Ertrag zu erreichen.<br \/>\nKultur, Museum und Gesch\u00e4ftsmodell: Das geht.<\/p>\n<p>Und: Natur, Museum und Gesch\u00e4ftsmodell geht auch. Das zeigt das <a href=\"https:\/\/busymuseums.mfn.dsm.museum\/?p=163\"><u>Beispiel der Kooperation des Museums f\u00fcr Naturkunde mit der Bpk-Bildagentur<\/u>.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn von Gesch\u00e4ftsmodellen die Rede ist, dann wird h\u00e4ufig erst einmal die Idee des Verkaufens damit verbunden. Wenn Museen also Gesch\u00e4ftsmodelle entwickeln, hei\u00dft das dann, dass sie f\u00fcr alles, was sie tun Geld nehmen wollen? Ja und Nein. 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